Tympanoplastik

Als Tympanoplastik bezeichnet man die Wiederherstellung des Trommelfells oder der dahinter befindlichen Gehörknöchelchen, die die Schwingungen des Trommelfells an die Hörschnecke weitergeben, in der sich die Enden des Hörnervs befinden.

Die Schädigung geschieht hauptsächlich durch eine chronische Schleimhauteiterung oder eine chronische Knocheneiterung (Cholesteatom). Ursache für diese chronischen Erkrankungen können etwa häufige Mittelohrentzündungen im Kindesalter sein. Trommelfell und Gehörknöchelchen können aber auch einfach durch eine Verletzung geschädigt worden sein.

Chronische Schleimhauteiterung

Im Innenohr entstehender Eiter durchbricht das Trommelfell und fließt nach außen durch den Gehörgang ab (Ohrlaufen). Durch diese dauerhafte Öffnung können nun Bakterien in das Innenohr eindringen und führen dort zu weiteren Infektionen sowie einer Schädigung der Gehörknöchelchen in deren Folge.

Eine Behandlung erfolgt mittels Ohrentropfen und der Reparatur des Trommelfells (Myringoplastik bzw. Tympanoplastik Typ 1). Bei einer Schädigung der Gehörknöchelchen können diese, soweit möglich, wieder aufgebaut oder durch eine Prothese wiederhergestellt werden (Tympanoplastik Typ 2 und Tympanoplastik Typ 3).

Cholesteatom: Chronische Knocheneiterung

Das Cholesteatom ist eine Wucherung der Haut des äußeren Gehörganges (hornhautbildendes Plattenepithel) in den Schleimhautbereich des Mittelohres. Dies führt zu einer chronisch-eitrigen Entzündung des Mittelohres durch Ablagerungen von Hautschuppen und Talg, die nicht abtransportiert werden können.

Eigentlich sind die Haut des äußeren Gehörganges und die Schleimhaut des Mittelohres vollständig durch das Trommelfell voneinander getrennt. Durch ein Loch im Trommelfell oder auch durch andere Faktoren kann es aber zu einer solchen Wucherung mit nachfolgender, bakterieller Infektion mit übel riechendem, eitrigem Ausfluss kommen (Otorrhoe).

Die fortschreitende Eiterung schädigt in Folge die Gehörknöchelchen, das Trommelfell, weitere Teile des Mittel- und Innenohres, wie knöcherne Strukturen oder auch den Gesichtsnerv. Aufgrund der hohen möglichen Komplikationen muß ein Cholesteatom unbedingt chirurgisch entfernt werden.

Tympanoplastik Typ 1 (Myringoplastik)

Als Myringoplastik oder Tympanoplastik Typ I wird die Wiederherstellung des Trommelfelles bezeichnet. Durch Vorbehandlung der chronischen Schleimhauteiterung und Schließen des Trommelfells wird der gesunde Zustand des Mittelohres wiederhergestellt. Dadurch verbessert sich auch wieder die Hörfähigkeit, die durch das defekte Trommelfell eingeschränkt wurde.

Tympanoplastik Typ 2

Bei der Tympanoplastik Typ II wird zusätzlich zum Trommelfell die Verbindung der beiden Gehörknöchelchen Amboss und Steigbügel mittels einer Prothese wiederhergestellt. Dies ist ein typischer Defekt einer fortgeschrittenen chronischen Schleimhauteiterung.

Tympanoplastik Typ 3

Wenn größere Teile des Mittelohres zerstört sind, werden diese durch die Tympanoplastik Typ III wiederhergestellt. Dabei werden zerstörte Gehörknöchelchen komplett entfernt und durch Prothesen aus Titan ersetzt.

Radikalhöhle

Bei besonders fortgeschrittenem Zerstörungsgrad des Mittelohres durch ein Cholesteatom kann eine Radikaloperation vonnöten sein, damit es nicht zu einer Neubildung kommt. Hierbei werden umfangreichere Strukturen entfernt – zurück bleibt ein Hohlraum, die sog. Radikalhöhle.